[Lpi-de] Desktop Zertifizierung

Guido Brombach guido.brombach at hattingen.dgb-bildungswerk.de
Mon Oct 11 10:01:12 EDT 2004


Wenn ich die Diskussion richtig deute, dann wird als LPI Zertifizierung 
eine Desktop-Variante erwogen. Viel eher als im Admin-Bereich, wo auf 
Shell-Ebene ein viel größerer gemeinsamer Nenner besteht ist der Desktop 
Bereich anwendungsspezifisch ausgestaltet. Will heißen, unterschiedliche 
Anwender haben einen unterschiedlichen Blick auf das System. Steht für 
die einen der professionelle Gebrauch von Büroanwendungen im Vordergrund 
ist es für die anderen die Finanzbuchhaltung oder vielleicht die 
Lagerverwaltung. Letztendlich muss sich also eine Desktop-Zertifizierung 
an einem Produkt orientieren. Produkt heißt in diesem Fall für mich auch 
erstmal kde oder gnome u.a.. Denn das sind die Desktops für Linux. 
Dahinter liegen Anwenderprogramme, die zwar auch mit einer graphischen 
Oberfläche verbunden sind, aber erst in zweiter Reihe stehen. Ein 
entsprechendes Zertifikat sollte dann auch OOo entwickeln. Das ist auch 
weniger Linux-spezifisch. Man muss besonderes Augenmerk auf das L von 
LPI lenken. Auf der anderen Seite muss man aber auch ausblenden, dass es 
MS gibt, denn das spielt in der Regel für Firmen, die umsteigen keine 
Rolle mehr.

Ich halte es aber auch für wichtig, dass eine solche Linux 
Zertifizierung gerade die Unterschied zu MS verdeutlicht, um durch die 
Definition des Unterschieds die beiden Systeme voneinander unterscheiden 
zu können. Denn häufig sind, den ersten Linux-Erfahrungen einschlägige 
MS-Erfahrungen vorangegangen, wodurch sich auch bestimmte Gewohnheiten 
eingeschleift haben. Will man mit diesem brechen, müssen die Unterschied 
zwischen beiden Systemen klar sein. D.h.

Das Dateisystem wäre vollkommen unabhängig von der graphischen 
Oberfläche meiner Meinung nach ein originäres LPI Desktop 
Zertifizierungs Gegenstand. Da er weitesmöglichst produktunabhängig ist, 
weil er für das zurechtfinden im Dateibaum grundlegend ist, weil es 
deutliche Unterschiede zum MS-System gibt.

Rechtvergabe ist ein weiteres "must have" für einen Linux-Desktop 
Zertifizierungsinhalt, da sich daruas ganz grundlegende Gesetze und 
Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Netzwerken ergeben, die in der Regel 
anders organisiert sind, als bei MS.

Weiteres siehe unten...

Torsten Scheck schrieb:
> Ich meinte speziell das Grundlagenwissen für einen Endanwender. Nicht 
> Grundlagenwissen im Allgemeinen. Siehe unten.
> 
>> Und worin sollte die bitte bestehen, wenn nicht aus der 
>> »Maushandhabung« und auch nicht aus dem Herumreiten auf irrelevanten 
>> Implementierungsdetails? Was *sind* die »Grundlagen« von Linux, so wie 
>> sie für einen Nur-KDE-und-Office-Anwender von Bedeutung sind?
> 
> 
> Wenn man sich die häufigen Probleme von Endanwendern anschaut, dann 
> kommt man auf eine Menge Grundlagen-Wissenslücken bzw. Lernpotenzial:
> 
> Wo sind meine erstellten Dateien?
> 
> Wieso ist mein Rechner so langsam, wenn ich ein DIN A4-Foto mit der 
> beworbenen maximalen Auflösung scannen und bearbeiten möchte?
> 
> Welche Programme sind installiert? Wie installiere ich weitere?
OK, aber auch hier muss ein System definiert werden. Gerade die 
Installationsroutinen unterscheiden sich immens

Dazu gehört auch Nutzung der Shell im Desktop-Bereich

> 
> Weshalb läuft mein "Data Beckers Weihnachtsdruckerei" nicht unter Linux?
OK
> 
> Ich habe die Hardware x und sie funktioniert nicht unter Linux.
> (Hier sollte der Endanwender nicht lernen, wie er die Hardware 
> installiert, sondern warum ein Treiber nicht existiert und dass es unter 
> Umständen sogar empfehlenswert ist, bei vorhandener Hardware das 
> mitgelieferte Betriebssystem zur Hardware Abstraktion zu benutzen, aber 
> nur Freie Software darauf einzusetzen.)
OK
> Und gerade im Bereich Textverarbeitung sollte das Wissen weg vom 
> Schreibmaschinen schreiben, hin zum strukturierten Erstellen gehen: 
> Format- und Bereichsvorlagen definieren und anwenden. Es muss klar sein, 
> dass für Geburtstagseinladungen andere Anforderungen und damit 
> Spezialprogramme oder eine andere Herangehensweise nötig sind.
Einverstanden.
> 
> Der Unterschied zwischen einem Texteditor und einer Textverarbeitung 
> sollte klar sein.
Einverstanden
> 
> Auch Dateiformate, die Rolle von freien Standards und Langlebigkeit von 
> Daten sollte miteinbezogen werden.
Gut, aber dann handelt es sich weniger um ein anwenderbezogenes 
Zertifikat, sondern eher um ein FSF-Zertifikat. Die Vor- und Nachteile 
von Open Source stehen meiner Meinung nach nicht im Vordergrund, sondern 
die Ausgewiesene Fähigkeit, das System (GNU/Linux + kde oder gnome oder 
andere) bedienen zu können.

> 
> Insgesamt ist die Wahl des richtigen Werkzeugs bzw. Dateiformats zu 
> vermitteln. Da gibt es unzählige Negativ-Beispiele:
> * Listen mit 20 Punkten als Tabellenkalkulationsdatei
> * das Versenden als E-Mail-Anhang einer Powerpoint-Datei bestehend
>   aus einer JPG-Datei und einem erklärenden Satz
> * Archivieren von wichtigen Quelldaten in verlustbehafteten Formaten
Das wird auch im Open Source Bereich schwer möglich sein, weil die 
Bandbreite der als Werkzeug zur Verfügung stehenden Möglichkeiten 
deutlich größer ist als im proprietären Bereich.
> 
> 
> Es sollte also Wissen vermittelt werden, um Anwender mit Freier Software 
>  souverän ihre Arbeit erledigen zu lassen. Möglichst sogar effizienter 
> und überlegter als ECDL-Ansolventen mit MS Windows.
> Wäre eine Desktop-Zertifizierung in meinem Sinne überhaupt durchführbar?
Ich denke nicht, eine Zertifizierung müßte konkreter sein, wenn es sich 
auf Einzelpersonen beziehen soll. Wenn man es auf Firmen beziehen will, 
kann man auch Prozess-Zertifizierung betreiben, so wie sie die ISO 9001 
vorschlägt, dass macht aber meiner Meinung nach keinen Sinn.



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